Sehnsucht - wonach...?

Der Beginn eines neuen Jahres. Und bei vielen vermutlich die klassischen Vorsätze, Pläne. Hoffnungen. Manches konkret und machbar. Oder auch nicht – oder nicht immer. Egal ob Sie sich schon etwas vorgenommen haben oder nicht, ich lade Sie zu einer Übung ein, bei der Sie vielleicht etwas entdecken, was Ihnen bisher verborgen geblieben ist oder zumindest nicht bewusst war.

Was würden Sie machen, wenn Sie
- eine Stunde zur freien Verfügung hätten?
- einen ganzen Tag frei hätten?
- eine Woche lang tun könnten, wozu Sie Lust haben?
- einen Monat keinen Termin hätten und keine Verpflichtungen nach-kommen müssten?
- ein ganzes Jahr „geschenkt” bekämen – d.h. ohne Termine, Verpflichtungen, und auch ohne Überlebenssorgen… wirklich frei!
Lassen Sie sich ruhig Zeit bei Ihren Überlegungen. Was war, was Sie sich immer gewünscht haben? Was Sie sich heute noch wünschen? Wie viel Zeit brauchen Sie, um sich diesen Wunsch zu erfüllen? Wie könnten Sie vorgehen? Was hindert Sie daran? Gibt es vielleicht auch eine Alternative? Forschen Sie Ihre Seele – wonach sehnt sie sich? Entdecken Sie, welche Ihre tiefste Sehnsucht ist…


Die Dichterin Nelly Sachs schrieb „Alles beginnt mit der Sehnsucht” (diese Suche nach dem Mehr). Und selbst Mystiker wie Meister Eckhart haben die Wichtigkeit der Sehnsucht betont und gelobt. In einer seiner Predigten steht:

Es sprechen manche: sie hätten’s nicht.
Da erwidere ich: das ist mir leid.
Ersehnst du es aber auch nicht,
das ist mir noch leider.
Könnt ihr es denn nicht haben,
so habt wenigstens ein Sehnen danach!
Mag man auch das Sehnen nicht haben,
so sehne man sich doch wenigstens nach der Sehnsucht!

Und Augustinus, der wie kaum ein anderer die Sehnsucht geliebt und gelebt hat, sagt: “Die Sehnsucht GOTTES ist der Mensch”. Eine unglaubliche und zugleich wunderbare Vorstellung. Von dieser Sehnsucht ist unser Herz getroffen, verwundet, unruhig, bis es in GOTT zur Ruhe kommt. Meine Seele… was willst Du mehr…?
Ein sehn-süchtiges gotterfülltes Jahr wünscht Ihnen

Liliana Ojeda